Innovation führt zu Veränderung – Veränderung führt zum Erfolg

Innovation – ein nicht wegzudenkender Kernbereich bei smec, der uns stets anspornt und vorantreibt. Was sich in den letzten eineinhalb Jahren alles rund um das Thema Innovation und Innovationsprozesse getan hat, fasse ich vorab kurz zusammen. In welche Richtung es aber für uns weitergeht, erfährst du in diesem Artikel.

Rückblick: Innovation bei smec kurz zusammengefasst

Juli 2019: Ein gut durchdachter Innovationsprozess musste her. Unser Ziel: Strukturierter Ideen sammeln und die Ideen mit Potenzial auch weiter verfolgen. Unser Ansatz: Den Stage-Gate-Prozess als “Basistechnologie” nutzen, uns daran orientieren und passend auf unsere Bedürfnisse ausrichten. 

Die Einführung des Stage-Gate-Prozesses in unseren Innovationsprozess war für uns der erste Schritt in die richtige Richtung. Für uns bedeutete das, uns weiter in Richtung Lean Innovation Management zu bewegen. 

Machen wir nun einen Sprung. August 2019: Es vergingen nur ein paar Monate, bis wir “feststeckten” – wir erreichten den von Beginn an erwarteten Wendepunkt und mussten unseren Innovationsprozess schließlich anpassen, um flexibel zu bleiben. 

Für uns sind Veränderungen wertschöpfende Prozesse und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Ein gut durchdachter Innovationsprozess muss her

Von Anfang an basierte unser Innovationsprozess auf Transparenz und der Möglichkeit, aktiv mitwirken zu können. Was das konkret bedeutet: Interne Ideengeber werden bei uns dabei unterstützt, ihre Ideen einzubringen. Diese Ideen werden bewertet und anschließend mit dem gesamten Unternehmen (auf wöchentlicher Basis) geteilt und fortlaufend weiterentwickelt.  

Zu Beginn waren wir auch recht zufrieden – sogar erstaunt über die Anzahl an Ideen, die mit uns geteilt wurden. Denn unsere smecies passten sich unglaublich schnell an das neu eingeführte Setting und den Innovationsprozess an, reichten nacheinander ihre Ideen beim verantwortlichen Team ein und alles begann wie von alleine zu laufen. Das war zumindest der Eindruck.

Als wir uns dann gezielt bestimmten Themen widmeten, schien sich etwas zu ändern. Plötzlich sank die Anzahl an eingereichten Ideen stark. Wir aber verstanden nicht, warum. Unsere schlauen Köpfe waren doch noch immer hoch motiviert, innovativ zu sein…?

Unsere Erkenntnis: Sie hatten einfach zu wenig Zeit dafür. Darüber hinaus erkannten wir auch, die Notwendigkeit, unsere Ideen (Produkte, Dienstleistunge, etc.) früher am Markt zu positionieren. Mit unserem Stage-Gate-Prozess war das jedoch einfach nicht möglich. Es rief also alles nach Veränderung. 

Innovatives Denken bei smec neu aufziehen: Aber wie? 

Die Technologie-S-Kurve als Ansatz? 

Auf eine neue Technologie – das S-Kurve-Modell – setzen bedeutet auch bereit zu sein zu investieren. Dass das zu Beginn holprig sein kann und man für das investierte Geld den gewünschten Fortschritt erst nach einiger Zeit sieht, sollte auch im Hinterkopf behalten werden. 

Dieser Zeitpunkt des “Erfolgs” kommt aber. Denn sobald sich die Kurve dreht, ist das ein Zeichen dafür, dass die Technologie funktioniert – die Investition zahlt sich aus. Erreichst du dann mit deiner genutzten Technologie das Pareto-Optimum – den “bestmöglichsten Zustand” – dreht sich die Kurve ein weiteres Mal. Es wird wieder schwieriger, Fortschritte zu erzielen. Was dann?

Innovationsprozesse neu erfinden: mittels S-Kurven-Modell zum Erfolg
Angepasstes S-Kurven-Modell

Wie wir bei smec mit dieser Hürde umgegangen sind, werde ich dir jetzt verraten.

Mitte 2020 erreichten wir mit unserem Innovationsprozess genau diesen “bestmöglichen Zustand” – wir standen vor einer Hürde, die es zu überwinden galt. 

Wir taten das, was nach dem S-Kurven-Modell empfohlen wird. Wir fingen damit an, einen neuen Ansatz zu erarbeiten. Diesen neuen Ansatz zu verfolgen, bedeutete auch, sich auf das einzulassen, was wir als “Early Stage Market Tests” bezeichnen. 

Die Idee dahinter ist ganz einfach: Man bringt ein Produktinkrement oder eine Dienstleistung früher an den Markt und versucht zu verkaufen. Ist nichts Neues und viele Unternehmen (auch wir) haben schon vor Jahren begonnen, mit diesem Minimal-Viable-Product-Ansatz (MVP) zu arbeiten. 

Während dieser Umbruchphase stießen wir vor einigen Monaten dann auch auf Alberto Savoias Buch “The Right It”. Es war, als hätten wir das fehlende Puzzlestück gefunden. Denn dieses Buch dreht sich um die Marktseite der Dinge. Genau das, was wir zu diesem Zeitpunkt brauchten. 

Innovation vorantreiben: Kundenorientierung als zentraler Aspekt

Der MVP-Ansatz ist ja bekanntlich nicht mehr Neuland. Die damit verbundenen Schwierigkeiten daher auch nicht. Davon solltest du dich aber nicht entmutigen lassen. Es kann sich auszahlen, diesen anfänglich “steinigen Weg” zu gehen.

Damit es deutlicher wird, was ich damit meine, hier ein Beispiel: Stell dir vor, nach Monaten (oder noch länger) harter Arbeit, endlosen Diskussionen und möglicherweise sogar unerwarteten Konflikten hast du endlich das Gefühl, mal etwas Marktfähiges zu haben. Es folgen Gespräche mit wichtigen Kunden, in denen du dein Produkt erklärst und dessen Mehrwert auch hervorhebst. Rückschläge und Enttäuschungen folgen womöglich. Damit musst du einfach rechnen. Aber auch das Gegenteil könnte der Fall sein. Dein MVP kommt an. Der Markt ist da. Aber was dann?

Wir machen uns das Konzept “Skin in the Game” von Nicholas Taleb zu Nutze.

Die Anwendung von “Skin in the Game” nach Nicholas Taleb 

In seinem Buch “Skin in the Game” beschreibt Nicholas Taleb jede Form der Risikobeteiligung an etwas Neuem. Legt man das nun auf Innovationen (neue Produkte, Dienstleistungen, etc.) um, bedeutet das, dass eine Zusammenarbeit mit Innovationspartnern an gewisse Bedingungen geknüpft ist. Diese Bedingungen sind kurzum gesagt, Investitionen seitens des Partners (z.B. eine Anzahlung, das Bereitstellen von Zeit oder Daten,…). Ist der Partner also bereit, zu investieren, zeigt das gleichzeitig, dass der Bedarf für das neue Produkt oder die Dienstleistung am Markt da ist. Das heißt: Keep going!

Im Zuge des Skin-in-the-Game-Ansatzes ist laut Nicholas Taleb jedoch auch noch wichtig, dir folgende Fragen zu stellen. Sie helfen dir dabei, deine Zielgruppe – den potentiellen Markt für dein Produkt oder deine Dienstleistung – besser zu verstehen: 

  • Wie viel hat es meinen Kunden gekostet, mir zu sagen, dass ich auf dem richtigen Weg bin? 
  • Gab es neben Interessensbekundung noch weitere Formen von Investitionen in mein neues Produkt? 

Einen Grundstein für innovative Denker setzen 

Bei der Smarter Ecommerce GmbH investieren wir gezielt in unsere Zukunft und arbeiten derzeit an mehreren neuen Themen gleichzeitig während das Prinzip der Transparenz auch weiterhin stark in unserem aktuellen Innovationsprozess verankert ist. 

Wir informieren auch weiterhin regelmäßig über unsere Initiativen und laden unsere Kollegen dazu ein, aktiv am Innovationsgeschehen teilzunehmen. So legen wir den Grundstein für innovative Denker. Denker, die die Zukunft des Unternehmens gestalten.

In Richtung Lean Innovation Management: unser Weg nach vorne

Wir wussten, dass wir uns in Richtung Lean Innovation Management entwickeln möchten. Somit war es an der Zeit notwendige Schritte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Das taten wir. Wir wurden bedeutend effizienter und gliederten zudem auch das Konzept des “Metered Funding” in unseren Innovationsprozess ein. 

Metered Funding und Innovation bei smec

Metered Funding ist ein Konzept zur schnelleren Entscheidungsfindung und wurde von Eric Ries, Autor von “The Lean Startup” und “The Startup Way”, ins Leben gerufen.

Warum du diesem Konzept Aufmerksamkeit schenken solltest: Ein Gedanke, den du immer im Kopf haben solltest, ist, dass du nicht nur den Markt, sondern auch interne Entscheidungsträger sowie Kollegen von deiner Idee überzeugen musst. Warum das wichtig ist: Du wirst grundsätzlich Ressourcen (intern) einfordern müssen, um bestimmte Learnings zu erzielen und mithilfe dieser dann deine Ideen weiterentwickeln. 

Erzielst du erste relevante Fortschritte, bittest du höchstwahrscheinlich um weitere Ressourcen. Du verbesserst deine Idee kontinuierlich. Diesen Prozess durchläufst du dann so lange, bis du alle Informationen hast, um ein Produkt oder eine Dienstleistung mit dem bestmöglichsten Market Fit entwickeln zu können. Oder anders herum: Du hast genug Informationen und erkennst, dass diese Idee nicht vorangetrieben werden kann. Du akzeptierst, die Umsetzung der Idee in ein Produkt oder eine Dienstleistung einzustellen. 

Ein gewisses Risiko einzugehen, kann einem viel abverlangen. Und genau das spricht Alberto Savoia an. Man muss gewillt sein, oft umzudenken, um zu den Informationen zu gelangen, die man braucht (um weitermachen zu können oder aufhören zu müssen). Ergänzend dazu betont Savoia wie wichtig es ist, mit Hypothesen zu arbeiten, selbst Daten zu sammeln und die eigenen Daten wirklich zu verstehen. Nur so kann man von diesen Informationen profitieren, um Entscheidungen treffen zu können.

Abschließende Worte

Ist nun das Durchführen von Marktexperimenten in der Frühphase ein Ansatz, den wir langfristig verfolgen möchten?

Das hängt von den erzielten Ergebnissen und den zukünftigen Bedürfnissen des Unternehmens ab. Für uns ist ständige Veränderung jedenfalls der Weg nach vorne und auch der Weg, den wir gehen werden.