Ein kürzlich veröffentlichter Artikel über ein Gerichtsurteil betreffend Google AdWords (http://t3n.de/news/google-adwords-urteil-811290/#article) sorgt für Aufregung. Die Inhalte sind jedoch äußerst missverständlich formuliert. Die Werbung auf Namen von Wettbewerbern – also die Nutzung von Markennamen (von Mitbewerbern) als Keyword im AdWords-Account – ist nämlich weiterhin weiterhin nicht verboten. Wir haben den Juristen unseres Vertrauens Dr. Axel Anderl um seine Stellungnahme gebeten:

Neues Urteil des OLG Schleswig-Holstein zu Google AdWords

Das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein hatte jüngst in einem Verfahren zweier Mitbewerber die Nutzung von Google AdWords zu beurteilen. Die (noch nicht im Volltext vorliegende) Entscheidung vom 22.3.2017 (Az. 6 U 29/15) beleuchtet weitere Aspekte für die rechtmäßige Ausgestaltung von AdWords-Kampagnen:

In der Rechtsprechung ist die Zulässigkeit der Nutzung fremder Marken als AdWords nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten und einem auf und ab der Judikatur mittlerweile grundsätzlich anerkannt. Dies solange dabei beim Publikum keine Verwechslungsgefahr entsteht und – bei bekannten Marken – keine Verwässerung oder Verunglimpfung herbeigeführt wird oder die Funktionen der benutzten Marke beeinträchtigt werden. Auch bei bekannten Marken liegt ein Eingriff durch AdWords daher nur ausnahmsweise vor: Werden nämlich bloß Alternativen (und keine Nachahmungen) zu den Waren oder Dienstleistungen des Markeninhabers angeboten, fällt dies nach mittlerweile gefestigter Rechtsprechung bloß unter einen gesunden und lauteren Wettbewerb (EuGH C-323/09).

Die Krux: automatische Ergänzung durch Keyword-Platzhalter

Für das vorliegende Urteil hatte das OLG Schleswig-Holstein nun folgenden Sachverhalt zu beurteilen: Bei Eingabe der Marke des Klägers („W… C… T…“) erschien bei Google eine Anzeige des Beklagten. Diese war mit den Worten „Anzeigen zu W… C… T…“ überschrieben. Dadurch bestand nach Ansicht des OLG Schleswig-Holstein beim angesprochenen Publikum eine Verwechslungsgefahr. Die Krux an der Sache: Die Überschrift war jedoch nicht vom Beklagten veranlasst, sondern wurde von der Suchmaschine automatisch ergänzt. Das Gericht hatte nun zu beurteilen, ob der Markeninhaber deswegen (dennoch) einen Unterlassungsanspruch gegen den Beklagten hat.

Das OLG Schleswig-Holstein bejahte diesen Anspruch des Klägers und argumentiert, dass der Beklagte die Marke des Klägers in dem Moment kennzeichenmäßig genutzt habe, als er trotz der Kenntnis der inkriminierten Überschrift nicht eingeschritten ist.

Die Ausgestaltung der Anzeige ist entscheidend

Die Entscheidung unterstreicht die ständige Rechtsprechung, dass bei der Beurteilung von AdWords-Anzeigen insbesondere die Ausgestaltung der Anzeige und weniger das Keyword selbst ausschlaggebend ist. Der Werbende muss sich – bei Kenntnis der Umstände – aber nicht nur den eigenen Text, sondern auch etwaige automatisch generierte Überschriften sowie automatische Nutzungen fremder Kennzeichen (catch all Funktionen als Verstoß gegen § 1 UWG – OGH 4 Ob 131/05a) zurechnen lassen. Dies ist auch deshalb relevant, als die Haftung von Suchmaschinenbetreibern für AdWords-Kampagnen in der Google-France-Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ausgehöhlt wurde (EuGH C-236/08 bis C-238/08). Nach dieser Entscheidung benutzt die Suchmaschine die Keywörter – anders als der Werbende – nicht markenmäßig. Zudem komme eine Haftung nach der E-Commerce-Richtlinie nur in Frage, wenn die Suchmaschine selbst eine aktive Rolle eingenommen oder die rechtswidrigen Inhalte nach Kenntnis der Rechtswidrigkeit nicht unverzüglich gesperrt hat. Nach der Entscheidung des OLG Schleswig-Holstein steht dem Markeninhaber aber unter gewissen Umständen ein alternativer Anspruch gegen den Schalter der Anzeige zu.

Allerdings scheint die vorliegende Entscheidung im Widerspruch mit einer früheren Entscheidung des OLG Düsseldorf vom 23.4.2013 (Az. 20 U 159/12) zu stehen. Dort hatte das Gericht noch entschieden, dass die Überschrift „Anzeigen zu …“ nur das widergibt, was tatsächlich passiert, nämlich dass Werbungen zum Suchbegriff dargestellt werden. Es bestehe daher keine Verwechslungsgefahr. Endgültige Klärung kann daher nur eine Entscheidung des deutschen Bundesgerichtshofs oder des EuGH bringen.

Im Ergebnis ist weiterhin die konkrete Ausgestaltung der Werbung und nicht bloß der Umstand der Werbung mit einer fremden Marke entscheidungswesentlich.

Werbende sollten bei Kenntnis der Verwechslungsgefahr ihrer eigenen Werbung aber auch dann aktiv einschreiten, wenn der Umstand der Verwechslungsgefahr nicht selbst hervorgerufen wurde, sondern Dritte – insbesondere der Suchmaschinenbetreiber – dafür verantwortlich sind.

Eine österreichische Entscheidung zu einem vergleichbaren Sachverhalt existiert – soweit ersichtlich – bislang nicht. Damit bleibt bloß die Möglichkeit der Orientierung an den deutschen, zum konkreten Thema aber widersprüchlichen, Leitentscheidungen. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte daher die konkreten mit Suchworten ausgelösten Anzeigen von Zeit zu Zeit prüfen und gegebenenfalls mögliche kritische Themen proaktiv aus der Welt schaffen.

Axel Anderl/Bernhard Heinzl

Dr. Axel Anderl, LL.M. (IT-Law) ist Partner bei DORDA Rechtsanwälte und Leiter des IP/IT-Desks; Mag. Bernhard Heinzl LL.M. (Cambridge) ist Associate in seinem Team.

Nicht nur Amerikaner, sondern die ganze Welt war vom Wahlausgang der 2016er presidential elections der United States überrascht. Leider kursierten immer wieder Gerüchte über Bots, welche im Zuge des doch sehr „schmutzigen“ Wahlkampfes Social Media Kanäle, Zeitungen usw. mit falschen Meldungen überfluteten.

Wir wollen an dieser Stelle keine Verschwörungstheorien aufkommen lassen – Fakt ist jedoch, dass sich diverse Probleme in vielen Google Analytics Konten ergeben haben. Es ist zwar nichts gröberes, aber einige Kunden haben bzw. hatten in diversen Auswertungen wie „Sprache“ oder „Referrer“ die Quelle „Secret.ɢoogle.com You are invited! Enter only with this ticket URL. Copy it. Vote for Trump!“.

Screenshot

Screenshot einer der „Vote Trump“ Spam URL in Google Analyitcs.

Hier ist es einigen Spammern gelungen, die URL ɢoogle.com zu registrieren. Es wird versucht, Besucher auf Spam-Seiten zu locken. Diese beinhalten u.a. folgende Adressen:

money.get.away.get.a.good.job.with.more.pay.and.you.are.okay. money.it.is.a.gas.grab.that.cash.with.both.hands.and.make.a.stash. new.car.caviar.four.star.daydream.think. i.ll.buy.me.a.football.team.money. get.back.i.am.alright.jack.ilovevitaly.com

Bitte die URLs auf keinen Fall besuchen. Es sollte zwar nichts passieren, aber dennoch ist es besser das Problem zu umgehen und hier Filter einzustellen, damit diese Spam-Link-Adressen nicht mehr auftauchen.

Ähnliches passierte auch mit dem Verweis-Spam „Vitaly rules google ☆*:。゜゚・*ヽ(^ᴗ^)ノ*・゜゚。:“ usw. Hier wurde über die Domain blackhatworld.com Spam in Analytics verteilt. Das sind auch keine wirklichen Besuche, sondern nur ein Anpingen der Analytics Property. Was heißt das? Um die Erreichbarkeit und den Weg zwischen verschiedenen Rechnern zu testen, gibt es das sogenannte „pingen“. Einem Rechner kann ein „ping“ geschickt werden, um zu testen, ob das Netzwerkgerät oder der Rechner läuft und erreichbar ist. Es dürften hier auch noch weitere Spam-Verweise im Umlauf sein, teilweise mit russischen Adressen, die Thematik ist aber meistens die selbe.

All dies ist aber kein Grund zur Panik: Unter anderem hat Anubhav Tiwari von Niswey eine sehr gute Anleitung geschrieben, wie man dieses Problem in den Griff bekommen kann:

Neuen Filter erstellen in GA

„Vitaly rules…“ – Eine weitere „Problem URL“ in der „Sprache“ Übersicht in Google Analyitcs.

Verweise ausschließen (je nach Spam Referrer)

Unter dem Punkt „Verwaltung“ im Bereich Datenansicht einen neuen Filter erstellen.

Verweise ausschließen (je nach Spam Referrer)

Im Filter Bereich dann einfach die Verweise ausschließen (je nach Spam Referrer)

Damit ist die erste Gefahr gebannt, es kann natürlich passieren, dass hier weitere Spam-Seiten erkannt werden. Um dies zu verhindern sollte man seine Analytics Konten regelmäßig durchsehen und sofort reagieren.

Am 14. März 2017 richtet sich der Blick der gesamten Online-Marketing-Welt auf München: Der deutsche Suchmarketing Preis SEMY wird verliehen. Die besten Marketing-Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum kommen zusammen, um herausragende Leistungen in den Bereichen SEO, SEA und Online Marketing zu ehren. Dabei ist in der hochkarätigen Jury das who-is-who der deutsprachigen Online Marketing Szene vertreten. Von Mario Fischer (Herausgeber Website Boosting) und Martin Röttgerding (Head of SEA bei Bloofusion) bis hin zu Bastian Grimm (President Organic Search bei Peak Ace) oder Christoph Baur (Geschäftsführer Bits & Passion).

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Erweiterte Textanzeigen (auch ExpandedTextAds – ETA genannt) sind die neue Generation der AdWords Standard-Textanzeigen. Dieser neue Anzeigentyp ermöglicht längere und besser steuerbare Werbeaussagen in den Anzeigen. Seit kurzem wird die Möglichkeit zur Erstellung von ETAs sukzessive in den AdWords-Konten released. Als Spezialist für feedbasierte, hochskalierende Kampagnen, gehört smec zu den Pionieren im Rahmen der API-basierten Erzeugung dieser Werbemittel. ExpandedTextAds können von uns nun automatisiert generiert und mit dynamischen Feed-Elementen angereichert werden.

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Mit #thinkahead16 und dem Slogan „Challenging the commercial future“ ging auch heuer wieder das Fifteen Seconds Festival (ehem. Marketing Rockstars) über die Bühne. Die Veranstaltung von Freunden für Freunde des Marketings vereint in Graz internationale Vordenker aus den unterschiedlichsten Marketing-Bereichen. Ein Zwei-Tage-Marathon an Master Classes, Keynotes und einer Expo verspricht vieles – und hält vor allem, was er verspricht. Themen wie „Wohin geht der Handel“, die ewige Frage der „Channel-Silos“, How-To’s zu Programmatic, Shopping Erlebnis vs. Einkaufen, und Fragen wie „Wohin führt die exponentielle Innovation im digitalen Service“ werden weitgehend analysiert.

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Jeder der eine eigene App, Webseite oder einen Online-Shop betreibt kennt das Problem: Es läuft alles soweit rund, man hat einige Besucher, Bestellungen und auch die Vermarktungsschienen funktionieren ganz gut. Um dem Ganzen aber nochmal einen richtigen „Drive“ bzw. den letzten Schliff zu geben, müsste man nun an einigen Detail-Schrauben drehen. Um zur Erkenntnis zu gelangen, wo sich diese befinden, führt der Weg über ein Analyse-Tool wie Google Analytics nicht vorbei. Was aber, wenn man mit den Funktionen die Google Analytics bietet an die Grenzen kommt? Was tun, wenn man individuelle Klicks, eigene Customer Journeys oder ein abgebrochenes Level in einer Spiele-App analysieren will?

Hier kommt der Tag Manager ins Spiel: Von der einfachen Einbindung von vordefinierten Tags, über custom HTML und JavaScript bis hin zu komplizierten App-Tracking-Konzepten sind dem Tag Manager beinahe keine Grenzen gesetzt. Ziel ist es, die Integration von sehr komplexen Messkonzepten zu vereinfachen und damit Analysen zu ermöglichen, welche über eine „normale“ direkt im Quell-Code umgesetzte Google Analytics Einbindung nur sehr aufwendig abgebildet werden kann. Aber auch die eigentliche Einbindung von Analytics oder der Search Console (vormals Webmaster-Tool) wird durch den GTM erleichtert. Eine intuitive Oberfläche schafft schnell Vertrauen in das Tool, reduziert die Komplexität und durch das sogenannte Debugging- und Vorschau-Tool kann man seine vorgenommenen Einstellungen sogar ohne Veröffentlichung testen.

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Google löst seit Neuestem ein Problem, welches schon seit Beginn des Conversion-Trackings existiert. Bei Google AdWords wird eine Conversion (z.B. Verkauf, Lead, Newsletter-Anmeldung) immer der letzten gemessenen Klick-Interaktion zugewiesen. Das bedeutet, dass egal wie viele Keywords oder Kampagnen während der „Customer Journey“ beteiligt waren, der Wert einer verursachten Conversion immer der letzten Interaktion zugewiesen wird. Bald wird es möglich sein, verschiedene Attributionsmodelle auf gemessene Conversions anzuwenden und darauf aufbauend die Gebotssteuerung zu optimieren.

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Die reißerische Headline „Neuer Besucherrekord auf der Internet World Messe“ auf www.marketing-boerse.de zeigt, dass der Wachstumstrend im Bereich Online nach wie vor ungebrochen ist. Sowohl durch unsere persönliche Erfahrung bei unserer alltäglichen Arbeit bei smec, als auch bei vielen Gesprächen mit unseren Kunden, bemerken wir, dass das Interesse an „Online“ ungebrochen ist und dass selbst das „unscheinbarste“ und „altmodischste“ Unternehmen den Trend erkannt hat und auf Technologien der Zukunft setzt. Internet-Messen und Konferenzen haben inzwischen einen Event-Charakter, wie ein großes Fußballspiel und ziehen Top-Speaker aus der ganzen Welt an. Man kann also sagen, im digitalen Bereich geht es nach wie vor steil bergauf. Wir nehmen uns gerade deswegen kurz die Zeit unser Augenmerk auf allgemeine E-Commerce Kennzahlen zu werfen bzw. welche Trends auf uns zukommen.

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logo-dotexeNeuer Name, altbekannt hohe Qualitätsansprüche – die E-Commerce-Konferenz des bevh heißt in seiner mittlerweile vierten Ausführung .EXE – für Ecommerce Experts Exchange.

.EXE E-Commerce Experts Exchange
26. & 27. April 2016
Emporio Hamburg, 23. Etage

Josephine Schmitt vom bevh meint zu uns:

„Wie der Name schon beschreibt tauschen sich auf der „.EXE – E-Commerce Experts Exchange“ Experten über genau das aus, was im E-Commerce wirklich zählt und wirkt. Mit einer unbedingten Ausrichtung an der Praxis. Zugleich hat die „Dot-Echse“ auch eine symbolischen Charakter. Die Zukunft des E-Commerce lebt von der Personalisierung. E-Commerce verschmilzt mit der Umwelt und passt sich den  Lebensumstände des Kunden an. Unternehmer lernen also, was sie mitbringen müssen, um zukünftig und dauerhaft am Markt erfolgreich zu sein: ein agiles und flinkes anpassen an den Kunden.“

Keynote von smec am 27.4. – Chilli, Neujahrsvorsätze und Melkmaschinen

Auch smec ist wieder mit dabei, dieses Mal mit einer Keynote von Chris Scharmüller. Mit dem klingenden Titel „Chilli, Neujahrsvorsätze und Melkmaschinen – Spannende Statistik, teure Fehler und was Ihnen Ihre Google-Kampagnen sonst noch verraten“ wird er den zweiten Konferenztag einläuten und den Zuhörern einen Auszug aus den witzigsten und unglaublichsten Suchen aus hunderten Google-AdWords-Konten bieten.

Doch der Vortrag verspricht mehr als nur unterhaltsam zu werden: auch statistische Fehlinterpretationen sollen angesprochen werden. Vorsicht ist bei der Interpretation einer Fülle von Daten geboten, besonders wenn wichtige Unternehmensentscheidungen auf deren Basis getroffen werden sollen. Schon kleine Fehlinterpretationen können bei entsprechendem Volumen zu großen Umsatzverlusten führen.

smec-Special: Für alle Kurzentschlossenen gibt’s außerdem noch einen Last-Minute-Rabatt von 100 Euro auf alle normalen Tickets*!

So einfach geht’s: Vor Kaufabschluss „Smarter Ecommerce“ ins Mitteilungsfeld eingeben. Der Rabatt wird dann manuell abgezogen.

Wir freuen uns auf zwei spannende und lehrreiche Konferenztage über den Dächern Hamburgs (der Ausblick allein verspricht so einiges 😉 ) und natürlich speziell auf regen Austausch mit Branchenkollegen.

* ausgenommen ermäßigter Preis für bevh-Mitglieder