Ambush Marketing mittels SEM

Erschreckend ist es anzusehen, wie ein Vulkan den gesamten Flugverkehr in Europa lahm legen kann. Erschreckend ist es auch, dass sehr viele Personen im Internet nachrecherchieren und keiner der Fluganbieter oder Reiseanbieter dies als Chance nutzt um rehabilitierend tätig zu sein.

Mit einer einfachen Eingabe von Wörtern wie “Vulkan”, “Vulkanausbruch”, “Vulkan Island” oder “Aschewolke” werden derzeit Millionen von Suchanfragen generiert. Gerade die in Mitleidenschaft gezogenen Unternehmen wie Fluggesellschaften oder Reiseanbieter könnten diese Exposition nutzen um Branding zu betreiben oder die Marke zu rehabilitieren. Ich habe bei meinem Streifzug jedoch nur einen Anbieter gefunden, der dieses Ereignis nutzt.

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Ambush Marketing ist in diesen Belangen natürlich sehr umstritten, da hier aus Schicksalen von Menschen und Unternehmen Kapital geschlagen wird. Bei tragischen Vorfällen wie beim Erdbeben in Haiti ist das ein großes “No-Go” – was jedem Suchmaschinenmarketer bewusst sein sollte. Wobei auch hier die Anzeigenplätze genutzt werden könnten um Spenden für die betroffenen Menschen in Haiti aufzutreiben – es gilt also immer abzuwägen was sinnvoll ist und was nicht.

Da abgesehen von Reisenden vor allem Fluggesellschaften und Reisebüros von dem Vulkanausbruch in Mitleidenschaft gezogen wurden, empfinde ich es für legitim, dass das Suchvolumen dieser Keywords von diesen Unternehmen genutzt wird um hier ein Stück weit Rehabilitation zu erwirken. Als Landing Page kann dabei eine Information über ausgesetzte und geplante Flüge aufgebaut werden, um hier den Kunden ein hilfreiches Service zu bieten.

Die Entscheidung, ob ein mediales Großereignis mit Adwords profitabel zu Nutzen nun legitim und moralisch korrekt ist, sollte im Einzelfall abgeklärt werden. Man wird sich jedoch immer in Graubereichen bewegen. Grundsätzlich kann man aber mit einer Faustregel vorgehen: Hilft eine Nutzung des Suchvolumens den Geschädigten, so ist es legitim.