E-Commerce Entwicklung 2012

Auch im laufenden Kalenderjahr setzt sich der stark positive Trend in der Entwicklung der Online-Umsätze weiter fort. Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels hat letzte Woche die Umsatzzahlen für das 3. Quartal veröffentlicht und die Prognose für das Gesamtjahr 2012 nach oben korrigiert.

Umsatzzahlen 3. Quartal 2012 im Interaktiven Handel in Deutschland

Bereits im zweiten Quartal sind die E-Commerce-Umsätze in Deutschland um 27% (im Vergleich zum Vorjahr) gestiegen. Von Juli bis September diesen Jahres stieg der Umsatz sogar um 31% von 5,15 auf 6,75 Milliarden. Somit wurden in den ersten 9 Monaten bereits knapp 20 Milliarden Euro im deutschen Onlinehandel erwirtschaftet.

Die umsatzstärksten Warengruppen sind Bekleidung und Schuhe (3.230 Millionen Euro), Bücher und Tonträger (930 Millionen Euro) und Elektronikartikel (930 Millionen Euro). Am meisten zulegen im Vergleich zum 3. Quartal 2011 konnten Telekommunikation und Handy (+116%), Haushaltswaren (+54%) und Lebensmittel (+53%).

Da der Umsatz im letzten Quartal (durch das Weihnachtsgeschäft) um durchschnittlich 20% steigt, kann in Deutschland für 2012 mit einem E-Commerce-Jahresumsatz von etwa 27,5 Milliarden gerechnet werden. Ursprünglich prognostizierte der BVH eine Steigerung von 16,5% die nun um 10 Prozentpunkte auf 26,5% angehoben wurde. Das deutliche Übertreffen der Prognose verdeutlicht die anhaltend hohe Dynamik im E-Commerce-Markt.

E-Commerce-Umsatzentwicklung in Österreich

Für Österreich liegen derzeit noch keine aktuellen Zahlen vor. Eine Studie der Eurostat zeigte kürzlich auf, dass Österreich hinsichtlich E-Commerce-Marktdurchdringung zwar leicht über dem EU27-Schnitt aber deutlich hinter Deutschland liegt. Im Zuge der Studie gaben 44% der befragten Österreicher (zwischen 16 und 74) an, im letzen Jahr Waren oder Dienstleistungen für private Zwecke im Internet eingekauft zu haben. In Deutschland lag dieser Wert bei 64% was deutlich macht, dass die E-Commerce-Durchdringung in Deutschland bereits weiter fortgeschritten ist.

Trotz des geringeren Internet-Anteils betrugen die Jahresausgaben der Österreicher im Internet-Einzelhandel (nach einer Studie von KMU Forschung Österreich und der WKO) etwa 4,5 Milliarden Euro. Von jenen Ausgaben floss jedoch deutlich mehr als die Hälfte ins Ausland und der Netto-Jahresumsatz im Internet-Einzelhandel betrug “lediglich” 1,9 Milliarden Euro. Vergleicht man diesen Wert mit 2009/2010, zeigt sich jedoch ein immenses Wachstum von über 70% (von 1,1 auf 1,9 Milliarden Euro).

Es bleibt abzuwarten wie sich die absoluten Zahlen in Österreich heuer entwickeln werden. Ein Blick auf unser Nachbarland lässt aber auf einen ähnlich positiven Trend hoffen.