In-App-Purchasing

Das Werbenetzwerk Zanox veröffentlichte im Rahmen der diesjährigen dmexco Zahlen zur Entwicklung des europäischen M-Commerce. Wie zu erwarten gab es sowohl im Bereich Umsatz als auch Transaktionen signifikante Steigerungen. Der Umsatz erhöhte sich im Zeitraum Jänner-Juli 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 152%, die Zahl der Transaktionen erhöhte sich gar um 182%:

Quelle: “Zanox”

Aus diesem Boom heraus entwickelte sich ein eigener Geschäftszweig, der vom M-Commerce-Trend und der zunehmenden Verbreitung von mobile Devices enorm profitiert – „In-App-Purchasing bzw. In-App-Billing“. In-App-Purchasing bietet Entwicklern die Möglichkeit, Apps so zu gestalten, dass Produkte direkt aus der App heraus bestellt und verrechnet werden können.

Für die Entwickler von mobilen OS, im wesentlichen Google und Apple ist der M-Commerce Boom zu einem lukrativen Geschäftszweig geworden. Sowohl Android als auch iOS verrechnen für alle getätigten Einkäufe im Rahmen des OS eine Service Fee von 30%. Diese Verprovisionierung war bisher nur von Apple´s iTunes bekannt, hier müssen  Plattenlabels 30% Ihrer iTunes-Umsätze an Apple abtreten.

Bisweilen gilt diese Gebühr ausschließlich für digitalen Content, beispielhafte Produkte hierbei sind:

  • Kinokarten, die in der App des Kinobetreibers reserviert & gekauft werden
  • Zeitungsabos die über eine App vertrieben werden
  • Kartenmaterial die direkt über die Navigationsapp gekauft werden, also im Wesentlichen Upgrades oder Material neuer Länder
  • Filme/Musik von denen nur ein Ausschnitt konsumiert werden kann

Als besonders erfolgreich erweisen sich Updates und Erweiterungen, zB neues Levels beim Gaming-Apps oder Songs von denen man bisweilen nur einen Ausschnitt hören konnte. Derartige Dienste sind als „Freemium“-Apps bekannt, die Basisfunktion ist kostenlos, erweiterte Funktionen werden verrechnet.

Die Abrechnung erfolgt über Google Play bzw. den App Store, bezahlt werden kann ausschließlich per Kreditkarte. Online-Bezahlservices wie PayPal sind von In-App-Käufen noch ausgeschlossen.

Quelle: “http://developer.android.com”

Fazit: mit der steigenden User-Anzahl von Tablets und Smartphones werden auch die via Apps getätigten Umsätze weiter steigen. Neben den OS-Entwicklern profitieren Online-Agenturen die auf die Programmierung von Apps spezialisiert sind genauso wie jene Unternehmen, die Ihre Apps für den Vertrieb von wertvollen digitalem Content nutzen.

Weitere Geschäftsmodelle werden entstehen, speziell im Bereich Gaming sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, der Nachkauf von Levels und virtuellen Gegenständen sind bislang nur zwei Möglichkeiten. Ein spannendes Wachstumsfeld, das es im Auge zu behalten gilt.