Universal Analytics – Warum Sie auf diesen Zug aufspringen sollten

Legt man ein neues Google Analytics Konto bzw. eine neue Property an, geschieht dies nun automatisch auf Basis von Universal Analytics. Bestehende Konten werden in 1-2 Jahren automatisch umgestellt. Wir empfehlen Ihnen jedoch, diese Umstellung schon jetzt manuell vorzunehmen um alle Einstellungen kontrollieren und Datenverlust vermeiden zu können.

Was wird neu?

Universal Analytics geht darauf ein, dass mittlerweile über verschiedenste Devices auf Websites zugegriffen wird. Das Tracking der Besucher erfolgt deshalb nicht mehr nur auf Visit- sondern auch auf User-Basis. Weiters wird es neue Berichte geben und ist es möglich, einen Report über demografische Daten zu erhalten und benutzerdefinierte Dimensionen und Messwerte anzulegen. Zu bedenken ist weiters, dass zukünftige Updates und Neuentwicklungen nur mehr für Universal Analytics ausgerollt werden. Optional kann bei jedem Zählaufruf eine eindeutige Benutzerkennung (Client-ID) vergeben werden, um Benutzer wiedererkennen zu können. Alternativ dazu kümmert sich Google automatisch um die Vergabe einer Kennung.

Was muss ich bei der Umstellung zu Universal Analytics beachten?

Die grundlegendste Änderung ist das Tauschen des Tracking Codes. Den neuen Code finden Sie in Ihrem Analytics Konto unter “Verwalten –> Property –> Tracking-Informationen” (siehe Screenshot).

UniversalAnalyticsCode

Bevor Sie den Tracking Code tauschen, sollten Sie sich jedoch überlegen, was Sie zusätzlich messen möchten, da einige Berichte eine Änderung des Codes erfordern.

Möchten Sie zum Beispiel demografische Daten und Interessen der Besucher speichern, muss der Code zwischen den Befehlen ‘create’ und ‘send’ um die Zeile ga(‘require’, ‘displayfeatures’); erweitert werden (Anleitung: https://support.google.com/analytics/answer/2444872?hl=de). Danach müssen Sie den Bericht unter “Verwalten –> Property –> Property-Einstellungen –> Berichte zur Leistung nach demografischen Merkmalen und Interessen” aktivieren und Ihre Datenschutzerklärung auf der Website dahingehend ändern, dass diese auf die Display-Unterstützung hinweist. Diese Daten können dann auch für Remarketing-Kampagnen verwendet werden.

Betreiben Sie einen Online-Shop, sollten Sie unbedingt Ecommerce Tracking einrichten. Damit können Sie die getätigten Verkäufe inklusive Umsatz, gekauften Produkten, Bestellnummern sowie Warenkörbe erfassen. Dies müssen Sie zuerst unter “Verwalten –> Datenansicht –> E-Commerce-Einstellungen aktivieren. Danach folgen die Anpassungen am Code. Eine genaue Beschreibung dafür finden Sie im Google Analytics Entwicklerhandbuch (https://developers.google.com/analytics/devguides/collection/analyticsjs/ecommerce).

Möchten Sie zum Beispiel messen, wenn jemand einen bestimmten Link auf Ihrer Seite klickt, ein Kontaktformular durch Drücken eines Buttons absendet oder sich ein Video ansieht benötigen Sie dafür Event Tracking. Damit werden bei jedem Ereignisaufruf bis zu vier Werte übermittelt, plus der Seite, auf der das Ereignis ausgelöst wurde (Anleitung: https://developers.google.com/analytics/devguides/collection/analyticsjs/events).

Besucher werden mithilfe von Cookies erkannt. Sobald ein neuer Tracker erstellt wird, generiert Analytics eine eindeutige Besuchererkennung (Client ID), um die User bei einem Folgebesuch wiedererkennen zu können. Diese ist 24 Monate gültig. (Achtung: Dies erfolgt auf Browser-Basis, das heißt ein User kann verschiedene IDs erhalten wenn er auf unterschiedlichen Geräten bzw. Browsern surft). Optional können Sie eine eigene Client-ID vergeben. Dafür können Sie Cookies oder IDs nutzen, die von Ihrem CMS, Shop, o.Ä. gesetzt wurden, wie z.B. bei Besucher-Logins. Dadurch wird ermöglicht, Besucher wieder zu erkennen, auch wenn Sie Ihre Seite / Ihren Shop mit unterschiedlichen Geräten besuchen (vorausgesetzt sie loggen sich ein).

Neben dem Webtracking mit der JavaScript-Datei analytics.js (klassischer Analytics Tracking Code) bietet Universal Analytics auch die Möglichkeit, Mobile Apps mittels Google Analyitcs SDKs (Software Development Kits) zu tracken, sowie andere digitale Geräte wie zum Beispiel Spielkonsolen über ein Measurement Protocol für serverseitige Zählung zu erfassen.

Bitte beachten Sie auch, dass in Deutschland die letzte Stelle der IP-Adressen gekürzt werden muss, um die Vorgaben der Datenschutzbehörden zu erfüllen (durch Google Analytics Befehl “anonymize ip”).

Optionen im Account (ohne Code-Anpassungen)

Ohne Änderung des Tracking Codes können Sie in der Verwaltungsebene folgende Änderungen vornehmen:

  • Sitzungseinstellungen: Verändern der Laufzeit von Visits und Kampagnen-Cookies
  • Quellen der organischen Suche: Definieren von zusätzlichen Suchmaschinen für die Berichte zur organischen Suche (Ausweisen als Medium organic anstatt referral)
  • Verweisquellen ausschließen: Diese Quellen werden dann nicht mehr als Referrer, sondern als Direktzugriffe angeführt (Vorteil bei Cross-Domain-Tracking um die durchgängige Erfassung eines Users zu gewährleisten).
  • Suchbegriffe ausschließen: Hier können Sie definieren, welche Suchbegriffe nicht als organisch ausgewiesen, sondern dem direkten Traffic zugeordnet werden sollen (zum Beispiel “www.domain.at”.

Fazit

Aufgrund der vielfältigen Änderungen des Tracking Codes, die bei einer Umstellung auf Universal Analytics vorgenommen werden müssen, empfehlen wir, diese auf jeden Fall schon vor der automatischen Umstellung vorzunehmen. Aufgrund der nützlichen zusätzlichen Features und Berichte spricht nichts dagegen, dies bereits jetzt zu tun. Wichtig ist jedoch, dass man sich im Vorfeld Gedanken darüber macht, was man alles messen möchte um auf dieser Basis ein vollständiges Tracking Konzept erstellen zu können.